Ratgeber · Entscheidung

Immobilienmakler oder privat verkaufen?

Mit Makler oder privat verkaufen? Der ehrliche Vergleich: Kosten, Zeitaufwand, Preisrisiko und rechtliche Fallstricke – und für wen welcher Weg passt.

Kurz gesagt

Der Privatverkauf spart die Maklerprovision, kostet aber typischerweise 50 bis 100 Stunden Arbeit und birgt Preis- und Rechtsrisiken. Ein Makler lohnt sich vor allem, wenn Ihnen Zeit oder Marktkenntnis fehlen, das Objekt erklärungsbedürftig ist oder Sie räumlich weit weg wohnen. Bei einfachem Objekt, viel Zeit und guter Marktkenntnis kann der Privatverkauf funktionieren.

Was der Privatverkauf wirklich bedeutet

Wer privat verkauft, übernimmt alle Maklerleistungen selbst: Preisermittlung, Fotos und Exposé, Inserate, Anfragenmanagement, Besichtigungen, Bonitätsprüfung der Interessenten, Preisverhandlung und die Vorbereitung des Notartermins. Realistisch sind dafür 50 bis 100 Arbeitsstunden über mehrere Monate – zu Zeiten, die Interessenten vorgeben, also abends und am Wochenende.

Das größte Risiko ist die Preisfindung: Ohne Zugang zu tatsächlichen Abschlusspreisen orientieren sich Privatverkäufer an Angebotspreisen aus Portalen, die systematisch über den erzielten Preisen liegen. Ein zu hoher Start führt zu langer Standzeit und sichtbaren Preissenkungen; ein zu niedriger verschenkt fünfstellige Beträge – oft mehr, als die Provision gekostet hätte.

Auch rechtlich trägt der Verkäufer Verantwortung: Aufklärungspflichten über bekannte Mängel, korrekte Angaben im Exposé und der Energieausweis bei Besichtigungen sind keine Formalien – Fehler können Jahre später zu Rückabwicklung oder Schadensersatz führen.

Wann welcher Weg passt

Für den Privatverkauf sprechen: ein gefragtes Standardobjekt, ausreichend Zeit, Verhandlungserfahrung und die Bereitschaft, sich in die rechtlichen Pflichten einzuarbeiten. Für den Makler sprechen: Zeitmangel, Entfernung zum Objekt, besondere Immobilien, emotionale Nähe (etwa beim Elternhaus) – und der Wunsch, den Verhandlungsprozess einem Profi zu überlassen. Wenn Sie sich für einen Makler entscheiden, vergleichen Sie vorher die Bewertungen: unten finden Sie die bestbewerteten Makler Ihrer Stadt.

Häufige Fragen

Wie viel spare ich beim Privatverkauf wirklich?

Nominal die Verkäuferhälfte der Provision. Dagegen rechnen müssen Sie eigene Kosten (Inserate, professionelle Fotos, ggf. Bewertung), 50–100 Stunden Arbeitszeit und das Risiko eines schlechteren Verkaufspreises durch falsche Preisstrategie oder schwächere Verhandlung.

Kann ich erst privat versuchen und dann einen Makler nehmen?

Ja, das ist möglich. Beachten Sie aber: Ein Objekt, das monatelang sichtbar erfolglos inseriert war, gilt bei Interessenten als 'verbrannt' und lässt sich auch für den Makler schwerer zum ursprünglichen Preis verkaufen. Wer diesen Weg wählt, sollte den Privatversuch zeitlich eng begrenzen.

Übernimmt der Notar nicht die rechtliche Absicherung?

Der Notar beurkundet neutral und prüft den Vertrag, berät aber nicht einseitig und prüft weder Preis noch Bonität des Käufers. Aufklärungspflichten und Verhandlungsführung bleiben beim Verkäufer bzw. dessen Makler.